Klapse muss auch mal sein – Wie es dazu kam, dass ich 14 Tage in der Fachklinik für Psychiatrie verbrachte

So schnell kann das manchmal gehen.

Es war ein ziemlich weiter, für uns alle kräftezährender Weg, bis ich selbst kapiert habe, dass mit mir irgendwas nicht stimmt. Ich konnte ja schließlich klar denken und verarschen lasse ich mich von keinem! Erst war es nur meine Frau, der ich nicht mehr traute. Ich war überzeugt, dass sie schon seit längerem nichts gutes mehr im Schilde führte und mich bereits seit geraumer Zeit lieber früher als später gegen einen anderen austauschen wollte. Bald war es dann auch meine Schwester, der ich nicht mehr trauen konnte, weil ich überzeugt war, dass auch sie ganz hinterlistig ihr verlogenes Spiel mit mir spielte.
Während meine Frau einen Versuch nach dem anderen startete, mich zur Vernunft zu bringen, lag ich den ganzen Tag auf dem Bett und gab ihr keine Chance, irgendwie zu mir durchzudringen.
Als sie feststellte, dass ich bereits seit längerem nichts mehr gegessen hatte und sogar das Trinken eingestellt hatte, wollte sie mich in die Psychiatrie bringen. Dabei gehörte – davon war ich überzeugt – sie jawohl in die Klappsmühle und nicht ich!
Natürlich wollte ich zu keinem Zeitpunkt meine Frau – meine Traumfrau – verlieren, aber früher oder später hätte sie sowieso die Karten auf den Tisch gelegt. Davon war ich überzeugt.

In meiner Verzweiflung gab ich dann irgendwann doch nach. Selbst wenn meine Zweifel an ihrer Treue ihre Rechtfertigung hätten, musste man mein Verhalten doch irgendwie zwischen krankhaft und selbstzerstörerisch einordnen. Am Freitag, dem 4. August rief meine Frau dann in meinem Auftrag in der Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatik an. Ich könnte gleich am Montag kommen, sagte man ihr am Telefon. Falls ich das Wochenende nicht mehr zu Hause verbringen wollte, könnte ich auch sofort kommen.
Plötzlich konnte es mir überhaupt nicht schnell genug gehen, also flehte ich meine Frau an, mich bitte sofort zu fahren und nicht noch bis Montag zu warten. Eventuell hatte ich auch Angst, bis Montag könnte mich mein Mut wieder verlassen. Nachdem die nötigsten Dinge gepackt waren, fuhren wir zur ca. 15 Kilometer entfernten Klinik.
Das Navi führte uns durch eine einsame Gegend. Abseits der Zivilisation erklärte uns die monotone Damenstimme bereits, dass wir am Ziel angekommen waren, als wir noch kein einziges Gebäude ausfindig machen konnten. Plötzlich kamen wir auf einen großen Parkplatz und dahinter sahen wir dann auch die Gebäude, in denen ich anscheinend eine lange, schwere Zeit verbringen würde. Ich ging davon aus, in eine tiefe Depression gefallen zu sein. Was sonst sollte mit mir los sein?
Nach dem Aufnahmegespräch sollte ich meinen Koffer auf mein Zimmer bringen. Da ich mich hier meinen Problemen stellen wollte, war es weniger für mich, als für meine Frau, eine Katastrophe, dass ich meinen Koffer in mein Zimmer auf der Geschlossenen Station (unter Fachleuten sagt man im „geschützten Bereich“) bringen sollte, um dann auf die ausführliche Aufnahmeuntersuchung zu warten. Gemeinsam mit meiner Frau saß ich im Fernsehraum des geschützten Bereichs und wartete auf den Doc.
Ich war hier, um mich meinen Problemen zu stellen und mir helfen zu lassen, aber so wie die Typen, die auf dieser Station zusammengekommen waren, war ich nicht. Da war der Typ, der ständig seine offene Hose festhielt, damit sie nicht rutscht (wahrscheinlich hatte man ihm zum Selbstschutz den Gürtel weggenommen) und uns ein Ohr abkaute, welche Heldentaten er in seinem Leben vollbracht hatte. Oder die Frau, die kein Wort sprach und eigentlich längst zu Hause wäre, wüsste man nur, wer sie war und wohin sie gehörte. Der geschützte Bereich beherbergte noch eine ganze Reihe, armer Geschöpfe, denen es deutlich schlechter ging, als mir.
Dann betrat der Arzt den Fernsehraum und nahm mich und meine Frau mit zur Aufnahmeuntersuchung. Während des sehr ausführlichen Aufnahmegesprächs, musste ich fast jede Frage des untersuchenden Arztes mit Nein beantworten. War es etwa doch keine Depression, die mir das Leben schwer machte?
Am Ende dieser Untersuchung zeigte der Doktor mir, wo ich Mittagessen konnte. Meine Nicki verabschiedete sich von mir, weil sie ja unsere Kleine vom Kindergarten abholen musste. Sie nahm mich in den Arm und ging weinend zum Auto. Nach dem Essen empfing mich der Arzt mit der Nachricht, dass er mit seinem Oberarzt gesprochen hatte und man sich einig sei, mich nicht auf dem geschützten Bereich einzuquartieren. Ich kam sofort in den offenen Bereich der Psychiatrie. Hier begegnete ich dann auch Mitpatienten mit ähnlichen Problemen, wie ich sie hatte. Menschen, mit denen ich sehr gut zurecht kam. Auch wenn hier jeder mit Depressionen zu kämpfen hatte, waren wir doch ein lustiger Haufen.
So richtig lustig war ich am ersten Tag, an dem ich meine kleinen unscheinbaren Tabletten zu mir nahm nicht, aber ich war umgeben von Menschen, die mir guttaten. Ich hatte den Eindruck, die Tablette nahm mir auch noch den letzten Schwung. Wie ein Zombie lief ich völlig antriebslos auf dem Klinikgelände umher. Der Rest von dem, was mal mein Verstand war signalisierte mir, ich sollte wohl mal ein bisschen spazieren gehen. Als ich mich in die dafür vorgesehene Liste eingetragen hatte, habe ich es einfach nicht geschafft, das Klinikgelände zu verlassen, um mir den benachbarten Ort anzusehen. Träge und gelangweilt, wie ein neunzigjähriger Opa schleppte ich meinen müden Körper durch den Klinikalltag. Morgens gab es nach dem Aufstehen erst einmal meine Morgenmedikation und dann ging es zum Frühstück. Bis Montag hatte ich erst einmal wenig zu tun und konnte erst einmal ankommen. Bis Montag hatte auch mein Organisimus Zeit, sich an das merkwürdige Medikament zu gewöhnen. Bereits am Sonntag, ging ich nachdem Nicki mich besucht hatte, mit einigen Mitpatienten, die im Durchschnitt fünfundzwanzig Jahre jünger waren als ich, zum Beachvolleyballfeld. Mit meinen Gleichgewichtsproblemen kann ich zwar kein Beachvolleyball spielen, aber es erschien mir noch immer klüger, wenn ich als Zuschauer dabei war, als einsam auf meinem Zimmer zu sitzen.

Mein Organismus hatte keine 48 Stunden benötigt, um sich auf das neuen Medikament einzustellen und plötzlich waren alle Probleme wie weggeblasen. Aber was genau machte diese kleine Tablette mit mir? Die Erklärung des Oberarztes versetzte mich dann doch in Erstaunen. Es mag ja sein, dass man jedem „Psycho“ eine ganz simple, überzeugende Argumentation präsentiert, wieso er glaubt, nicht mehr ganz dicht zu sein, damit man ihm nicht sagen muss, dass er eben nicht mehr ganz dicht ist, aber ich war von den Socken. Nachdem mir Blut abgenommen worden war, vermutete der Arzt, dass meinem Gehirn ein Botenstoff fehlte, über den jeder gesunde Mensch verfügt, um über die nötige Gelassenheit zu verfügen, die man braucht, um im Alltag existieren und angemessen auf unterschiedliche Herausforderungen reagieren zu können. Dieser fehlende Botenstoff wird mir jetzt über eine kleine unscheinbare Tablette zugefügt. Der Mediziner war selbst ein Wenig überrascht, dass er nicht in zeitaufwendigen Versuchen in Erfahrung brinen musste, was genau mir fehlte, sondern bereits mit der ersten Vermutung ins Schwarze getroffen hatte.
Die permanente Anspannunung war sprichwörtlich über Nacht völlig von mir abgefallen. Ich hätte wirklich gut damit leben können, ein dringender Fall für den Psychodoc zu sein. Auch zu so etwas kann man stehen. Ist nicht grade der, der völlig normal ist, der größte Idiot? Bei mir handelte es sich vielmehr um ein neurologisches Problem. Und es war jetzt nicht so, dass ich plötzlich ein völlig anderer Mensch war. Ich war ich, aber deutlich gelassener. War das jetzt normal? Oft höre ich von Menschen, die Psychpharmaka zu sich nehmen, dass sie sich nach dem Menschen zurücksehnen, der sie eigentlich sind. So war es beispielsweiese auch bei meiner Frau, als sie ihre Angststörung behandeln ließ.  (Blog meiner Frau zu ihrer Angsstörung) Ich war nicht plötzlich ein völlig anderer Mensch. Eigentlich war ich dank der Medikamente genau der, der ich normalerweise immer bin. Aber ruhiger war ich nicht nur in Situationen, die mich wenige Tagen zuvor noch auf die Palme gebracht hätten. Im Ganzen war ich plötzlich ruhiger. Da ich bis vor wenigen Tagen immer ziemlich schnell sprach, war auch meine leicht verlangsamte Sprache kein Problem. Eine Mitpatientin meinte sogar zu mir, ich habe eine sehr angenehme, beruhigende Stimme. Ich mochte die Stimme nicht, mit der ich nach der langen Behandlung nach meiner Hirnblutung aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen war.
Auch, wenn die kleine unscheinbare Tablette Wunder wirkte und ich eigentlich nach wenigen Tagen wieder hätte nach Hause gehen können, wollte man mich noch ein paar Tage beobachten, bevor man mich ruhigen Gewissens nach Hause entlassen konnte. Zwei Wochen sollte mein Aufenthalt dauern. 14 Tage, die es in sich hatten. 14 Tage, die für einen Aufenthalt in der Psychiatrie wenig sind, für mich und meine Familie waren diese zwei Wochen eine lange Zeit. Meine Frau war positiv überrascht, wie ich mich nach kürzester Zeit verändert hatte, ohne dabei ein völlig anderer Mensch zu sein.

Am Montag bekam ich meinen Therapieplan – einen Therapieplan, der es in sich hatte. Nach dem Frühstück, an dem ich mir am reichen Buffet erst einmal den Magen vollschlagen konnte, gab es eine Morgenrunde, in der jeder erzählen konnte, wie er sich fühlte und was ihn belastete. Danach ging es dann auf die „Therapiewiese“ zum „Atem schöpfen“. Zwanzig Minuten lang wurde hier bewusst geatmet. Das Luftholen und das Ausatmen wurde nach Anleitung der Therapeutin von Bewegungen der Arme begleitet. Diese Übung soll anscheinend einen frischen Start in den Tag ermöglichen. Danach ging es zum Töpfern. Töpfern – machen sowas nicht Alkoholiker, um den Entzug besser zu ertragen? Ach egal! Auch, wenn ich noch nie besonders kreativ war, wenn es darum ging, ein Bild zu malen, oder etwas zu gestalten, stellte ich mich der Herausforderung. Zwar waren alle anderen Teilnehmer deutlich kreativer als ich, aber niemand war mit dem Erreichten so zufrieden, wie ich. Auch das war eine bedeutende Erkenntnis. Bei der Bewegung in der Sporthalle fuhr ich zwanzig Minuten auf dem Ergometer, um danach Krafttraining zu machen und dann bei den Gleichgewichtsübungen an meine Grenzen zu gehen. Als ich vorm Mittagessen dann noch zum Gedächtnistraining ging, wurden mir dann endgültig meine Grenzen aufgezeigt. Mein Kurzzeitgedächtnis ist eine Katastrophe. Ich wusste das immer. Meiner Frau war das so nicht bewusst, bis sie mich am Aufnahmetag zur Aufnahmeuntersuchung begleitet hatte. Sie war ziemlich von den Socken, als ich mit Pauken und Trompeten durch einen, in meinen Augen total hinterlistigen und unmachbaren Test rasselte. Der Doc nannte mir drei Begriffe, die ich mir merken sollte und später wiederholen sollte. „Flugzeug, Berlin, Blumen“ sollte ich mir für später merken. Während ich das hier schreibe, hat meine Frau mir diese drei Begriffe genannt. Sie weiß das sogar heute noch! Da ich ja nicht doof bin, habe ich mir eine kleine Geschichte zurechtgelegt. Bevor ich in Berlin ins Flugzeug steige kaufe ich noch einen Strauß Blumen für meine Frau. Dann ging das Aufnahmegespräch weiter. Nach einer Weile sagte der Doc:“Herr Lahr. Ich habe Ihnen drei Begriffe genannt. Können Sie die bitte wiederholen?“. Ich hatte keine Ahnung, um welche Begriffe es sich gehandelt hatte und auch nachdem er mir den Tipp gab, dass es sich um eine Metropole handelte fiel mir mit ganz viel Unterstützung so grade noch Berlin ein. Das Flugzeug und die Blumen waren in den Tiefen meines Hirns verschwunden.

Das Gedächnistraining brachte wenig Überraschungen für mich ans Licht. Die Therapeutin dürfte ihren Spaß mit mir gehabt haben. Ich vergesse nämlich nicht alles. Manche Dinge kann ich mir wirklich gut merken. So war das „Ich packe meinen Koffer“-Spiel in der gleichen Gruppe kein großes Problem für mich. Wo genau meine Defizite liegen kann ich nicht sagen, aber das Team, das zwei Wochen alles gab, um mir zu helfen, konnte mir doch einige Dinge bewusst machen, die ich gut kann und an denen auch die Tatsache, dass ich zu 80% schwerbehindert bin nichts ändert. Nach dem Mittagessen wurden wir dann in einen Bus gesetzt, der uns zur Deichrunde brachte. Schön, wenn man frisch nach Nordfriesland gezogen ist und dann auf Kosten der Krankenkasse die schönsten Ecken seiner neuen Heimat gezeigt bekommt.

Nach dem Abendessen fand noch eine Leserunde statt, in der irgendeiner der Patienten eine Geschichte vorlas. Die Geschichten hatten alle eines gemein, immer ging es darum, erlebtes von mehreren Seiten zu betrachten. Da nicht immer alles negative tatsächlich negativ sein muss.

Jeder einzelne Tag war mit Therapien und Erlebnissen vollgestopft. Ich habe nicht nur Kuchen gebacken, nein ich kann auch Torte! Überhaupt kann man einiges, wenn man nur will. Auch wenn ich mit Pferden nicht viel anfangen kann, bescherte mir der Dienstag meiner zweiten Krankenhauswoche ein tolles Erlebnis. Da stand nämlich Hippotherapie auf dem Plan. Mit einem Großraumtaxi fuhr ich zusammen mit drei Mitpatienten auf einen Hof, auf dem geplagte Pferde einen angenehmen Lebensabend verbringen sollten. Nachdem sich jeder ein Pferd ausgesucht hatte – ich hatte mich für den größten, einen Apfelschimmel entschieden – sollten wir diese striegeln, um dann mit ihnen spazieren zu gehen. Da am Horizont düstere Wolken aufzogen, verließen wir den Hof nicht, sondern gingen auf der Koppel mit unseren Pferden spazieren. Nachdem wir ein paar Runden über die Koppel geschlendert waren, rannte ich mit dem Hengst an der „Leine“ über den „Reitplatz“. Ich glaube, nicht nur ich hatte meine Freude an diesem Nachmittag, der große Apfelschimmel war auch froh, mir begegnet zu sein.

Die Wochentage waren vollgestopft mit Aktivitäten, nur am Wochenende war nicht viel los. Also wurde ich übermütig. Jeder Patient, der nicht grade unter strenger Beobachtung stand, konnte am Wochenende RT beantragen. Dieses Realitätstraining war ein bis zu 24 Stunden dauernder Heimaturlaub, von dem schon so mancher erschöpft und desilusioniert wieder zurück in die Klinik kam. Nach nur einer Woche Klinikaufenthalt beantragte ich also ein Realitästraining. Ich selbst war zwar mit meiner Entwicklung sehr zufrieden, aber wie ich auf die Konfrontation mit der knallharten Realität reagieren würde, konnte keiner von uns wissen. Meine Frau, die Mädchen und auch ich hatten gehörig Respekt vor diesem Wochenende. Wie würde ich mich wohl in freier Wildbahn verhalten.

Nachdem Nicki mich mit der kleinen Ronja in der Klinik abgeholt hatte schlug sie vor, mich nach Hause zu fahren, um dann einkaufen zu gehen. Ich antwortete ihr, dass das was wir hier machten Realitätstraining und nicht Wellnesswochenende hieß, also gingen wir gemeinsam einkaufen. Im Pennymarkt zog unsere vierjährige Tochter dann alle Register und schleppte alles, was ihr gefiel an, damit wir es in den Einkaufswagen legten. Geduldig, wie ich mich selbst nicht kannte, sagte ich ihr, dass sie sich eine Sache aussuchen dürfe, wir die anderen Sachen aber zurück ins Regal stellen müssten. Nicki war begeistert. Ich war eigentlich erst begeistert, nachdem sie mich darauf hingewiesen hatte, dass der Andi, den sie kennt eigentlich jetzt böse geschimpft hätte, weil Ronja mit ihren vier Jahren jawohl wissen müsste, dass sie nicht alles, ohne zu fragen, in den Wagen packen darf, was ihr gefällt.

Die gesamten 24 Stunden sollten das halten, was unser Einkauf versprochen hatte. Als Ronja beispielsweise einmal fast gestürtzt wäre, war ich zur Stelle, um ihr zu sagen, dass das was sie da macht ziemlich gefährlich ist. Ich habe ohne zu schimpfen meinen Job als Vater erledigt und auch die kleine Ronja stellte begeistert fest, dass ihr Papa ja überhaupt nicht mehr schimpft. So fühlt sich also das normale Leben an. Alles war großartig und nicht ein einziges Mal gab es auch nur einen Hauch von Stress oder innerer Unruhe. Wir alle waren zufrieden und nachdem ich meiner Frau am nächsten Tag noch einen tollen Strand gezeigt hatte, den sie noch nicht kannte, brachte mich eine sichtbar erleichterte Ehefrau zurück ins Krankenhaus. Die zweite Woche verlief wie ich es erwartet hatte. Befürchtete Nebenwirkungen blieben aus und ich konnte mich voll und ganz auf die kleine Auszeit konzentrieren, die mir meine Psyche beschert hatte. Nachdem ich beim Backen in der Lehrküche in der ersten Woche einen Streuselkuchen hergestellt hatte, war beim zweiten Mal eine Sahnetorte an der Reihe. Ich lernte, dass Nordic Walking kein Rentnersport ist, sondern, dass dieser Sport, wenn man ihn richtig praktiziert fast alle Muskeln des Körpers trainiert. Nach zwanzig Minuten Nordic Walking spürst du jeden einzelnen Muskelstrang deines Körpers. Ich lernte, dass auch ich Freude am Beachvolleyball haben kann, wenn ich selbst auch nur auf der Zuschauerbank saß. Ich lernte überhaupt wieder Freude am Leben zu haben und ich durfte feststellen, dass es auch für mich einen Platz in dieser Gesellschaft gibt und dass dieser Platz alles andere als ein Abstellgleis ist. Ich lernte Menschen kennen, die wie ich eigentlich keinen Grund hatten Trübsal zu blasen und dann traf ich Menschen, die vom Leben so dermaßen was aufs Maul bekommen hatten, dass ich von mir fast behaupten könnte, bisher immer auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs gewesen zu sein.

Hey Nico, Olaf, Lea & Larissa und all die anderen, die mich in den vergangenen Wochen begleitet haben! Es war mir eine Ehre, euch ein paar Meter auf euren Wegen begleiten zu dürfen! Ich wünsche euch, dass das Leben auch euch noch an ganz viele großartige Orte führt, an denen es euch schwer fällt, zu glauben, wo wir uns im Jahr 2017 begegnet sind!

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3 Gedanken zu „Klapse muss auch mal sein – Wie es dazu kam, dass ich 14 Tage in der Fachklinik für Psychiatrie verbrachte

  1. Wir haben schon lange keinen Kontakt mehr und werden wohl auch keinen mehr habe, trotzdem möchte ich das du weisst das wir dir und deiner Familie alles Gute wünschen und hoffen das euer Leben im Norden bald in ruhigen Bahnen verläuft und es sich so gestaltet wie ihr euch das erhofft!

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